Ratgeber · Vorsorge · 7. Oktober 2026 · von J. Nassar
Bei Atemwegsinfekten im Winter denken die meisten an Grippe oder Corona. Ein drittes Virus ist weniger bekannt, spielt aber gerade für ältere Menschen eine wichtige Rolle: das Respiratorische Synzytial-Virus, kurz RSV. Seit einigen Jahren gibt es dagegen eine Impfung für Erwachsene. Hier lesen Sie, für wen die Ständige Impfkommission sie empfiehlt und warum der Herbst ein guter Zeitpunkt ist.
RSV ist nicht nur ein Thema für Kinder – im höheren Alter kann ein vermeintlicher Schnupfen deutlich mehr werden.— J. Nassar, Hausarzt in Bruchköbel
RSV ist ein weit verbreitetes Atemwegsvirus, das vor allem in den Wintermonaten zirkuliert. Bei Kindern ist es seit Langem bekannt. Bei jüngeren, gesunden Erwachsenen verläuft eine Infektion meist wie eine gewöhnliche Erkältung. Mit zunehmendem Alter und bei bestimmten Vorerkrankungen kann RSV jedoch auch die unteren Atemwege betreffen – bis hin zu einer Lungenentzündung – und bestehende Herz- oder Lungenerkrankungen zusätzlich belasten.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfiehlt die RSV-Impfung:
Ob eine Ihrer Erkrankungen unter diese Empfehlung fällt, lässt sich nicht immer aus einer Liste ablesen. Das klären wir gemeinsam – wir kennen Ihre Vorgeschichte.
Die RSV-Saison beginnt in Deutschland typischerweise im Spätherbst und erreicht ihren Höhepunkt im Winter. Damit der Schutz rechtzeitig aufgebaut ist, gilt der Herbst – idealerweise September oder Oktober – als günstiger Zeitraum. Nach derzeitigem Stand wird die Impfung einmalig gegeben, eine jährliche Wiederholung wie bei der Grippeimpfung ist nicht vorgesehen. Ob und wann später eine Auffrischung sinnvoll ist, wird von der STIKO weiter beobachtet.
„Kann ich die RSV-Impfung zusammen mit der Grippeimpfung bekommen?“
Beide Impfungen passen gut in die Herbstplanung. Ob sie am selben Termin oder mit etwas Abstand gegeben werden, besprechen wir individuell – bringen Sie dafür Ihren Impfpass mit.
„Ist die Impfung gut verträglich?“
Häufig sind vorübergehende Reaktionen wie Schmerzen oder Rötung an der Einstichstelle, Müdigkeit oder Kopfschmerzen. Sie klingen in der Regel nach ein bis zwei Tagen ab. Über seltenere Nebenwirkungen klären wir Sie vor der Impfung auf.
„Ich bin 68 und eigentlich gesund – betrifft mich das?“
Ohne relevante Vorerkrankung gilt die allgemeine Empfehlung ab 75 Jahren. Wenn Sie unsicher sind, ob eine Ihrer Diagnosen dazuzählt, sprechen Sie uns an.
„Wer bezahlt die Impfung?“
Für die von der STIKO empfohlenen Gruppen übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten in der Regel. Bei privaten Versicherungen lohnt ein kurzer Blick in den Tarif.
Gut zu wissen: Im Herbst lohnt sich ein Blick auf den gesamten Impfschutz. Alles zur jährlichen Grippeimpfung lesen Sie im Beitrag Grippeimpfung 2026/27, welche Auffrischungen Erwachsene sonst oft vergessen – etwa Pneumokokken oder Gürtelrose ab 60 – im Beitrag Impfpass-Check im Herbst. Einen Überblick über unsere Vorsorgeangebote finden Sie unter Vorsorgeuntersuchungen.
Impftermin gewünscht? Online Termin vereinbaren oder anrufen: 06181 / 71329.
Über den Autor: J. Nassar
Facharzt für Allgemeinmedizin und allgemeine Chirurgie mit Zusatzqualifikation Notfall- und Ernährungsmedizin · Hausarzt in Bruchköbel. Mehr über die Praxis und den Arzt →
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung oder Diagnose. Stand der Empfehlungen: Oktober 2026. Ob eine Impfung für Sie infrage kommt, klären wir individuell in der Sprechstunde.