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Reiseimpfungen: Was vor dem Fernurlaub auf die Checkliste gehört

Ratgeber · Reisemedizin · 7. September 2026 · von J. Nassar

Der Herbst- und Winterurlaub ist gebucht, der Koffer steht schon im Kopf gepackt – und die Frage nach den Impfungen kommt meist zuletzt. Dabei ist sie der Punkt mit dem längsten Vorlauf. Hier lesen Sie, wann Sie das Thema angehen sollten, was zuerst geprüft wird und woran über die Impfungen hinaus zu denken ist.

Die häufigste Frage in der reisemedizinischen Beratung lautet: „Reicht die Zeit noch?" Die Antwort hängt fast immer davon ab, wann Sie fragen.— J. Nassar, Hausarzt in Bruchköbel

Vier bis sechs Wochen Vorlauf – und warum

Als praktische Faustregel gilt: Sprechen Sie das Thema vier bis sechs Wochen vor der Abreise an. Dafür gibt es zwei Gründe. Erstens bestehen manche Impfungen aus mehreren Teilimpfungen, die über Wochen verteilt gegeben werden. Zweitens braucht der Körper auch nach der letzten Dosis noch Zeit, bis der Schutz aufgebaut ist.

Und wenn die Reise schon in zwei Wochen losgeht? Dann ist der Termin trotzdem sinnvoll. Oft lässt sich auch kurzfristig noch etwas planen – und Sie wissen zumindest, worauf Sie unterwegs besonders achten sollten.

Schritt eins: der Blick in den Impfpass

Bevor es um exotische Impfungen geht, schauen wir auf die Basis. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt einen Grundschutz, der unabhängig vom Reiseziel aktuell sein sollte – unter anderem gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Masern und Kinderlähmung (Polio). Erfahrungsgemäß ist genau hier bei vielen Erwachsenen eine Lücke, die niemandem bewusst war.

Bringen Sie Ihren Impfpass deshalb unbedingt mit. Ist er verschollen, ist das kein Drama – wir besprechen dann, wie sich der Schutz sinnvoll wieder aufbauen lässt.

Schritt zwei: Was passt zu Ihrer Reise?

Welche zusätzlichen Impfungen infrage kommen, lässt sich nicht pauschal beantworten. Es hängt ab von:

Je nach Konstellation kommen zum Beispiel Impfungen gegen Hepatitis A und B, Typhus, Tollwut oder Japanische Enzephalitis zur Sprache. Bei Reisen innerhalb Europas ist häufig die FSME (Zeckenimpfung) ein Thema. Für einzelne Länder ist der Nachweis einer Gelbfieberimpfung Voraussetzung für die Einreise – diese Impfung darf in Deutschland ausschließlich an staatlich zugelassenen Gelbfieber-Impfstellen durchgeführt werden. Wenn sie für Sie relevant ist, sagen wir Ihnen, wohin Sie sich wenden können.

Nicht nur Impfen: die anderen drei Themen

Malaria. In vielen Regionen ist der wirksamste Baustein der konsequente Mückenschutz – lange Kleidung, Repellent, Moskitonetz. Ob darüber hinaus eine medikamentöse Vorbeugung oder ein Notfallmedikament sinnvoll ist, hängt vom Gebiet und der Reiseart ab und gehört ins persönliche Gespräch.

Magen und Darm. Reisedurchfall ist die häufigste Beschwerde auf Fernreisen. Sorgfalt bei Wasser, Eiswürfeln, rohen Speisen und Händehygiene bringt in der Praxis mehr als jedes Präparat im Gepäck – ein Plan für den Fall der Fälle gehört trotzdem dazu.

Lange Flüge. Bei Langstreckenflügen lohnt sich das Thema Beinvenen: viel trinken, regelmäßig aufstehen, Beine bewegen. Ob bei Ihnen zusätzlich Kompressionsstrümpfe sinnvoll sind, besprechen wir individuell.

Wenn Sie chronisch krank sind

Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte drei Dinge vor der Abreise klären: den Vorrat (großzügig kalkulieren, plus Reserve für Verzögerungen), die Aufteilung (ein Teil ins Handgepäck, ein Teil in den Koffer) und die Zeitverschiebung – bei Insulin, Blutdruck- oder Schilddrüsenmedikamenten ist die Einnahmezeit relevant. Für manche Präparate ist außerdem eine mehrsprachige ärztliche Bescheinigung für die Sicherheitskontrolle hilfreich. Sprechen Sie uns rechtzeitig an, dann stellen wir das gemeinsam zusammen.

Ihre Reiseapotheke: die Basis

Ergänzend gilt: Prüfen Sie vor dem Buchen, ob eine Auslandsreise-Krankenversicherung mit Rücktransport besteht. Das ist kein medizinisches Thema, rettet aber im Ernstfall den Urlaub – und mehr.

Gut zu wissen: Viele gesetzliche Krankenkassen erstatten Reiseimpfungen als freiwillige Satzungsleistung – der Umfang ist allerdings von Kasse zu Kasse verschieden. Ein kurzer Anruf vor dem Termin klärt das schnell.

Sie tauchen im Urlaub? Dann ist die Tauchtauglichkeitsuntersuchung ein zweiter Punkt mit Vorlauf. Einen Überblick über weitere Untersuchungen finden Sie unter Vorsorgeuntersuchungen; wer im Herbst ohnehin einen Impftermin plant, findet Hintergründe im Beitrag Grippeimpfung 2026/27.

Beratungstermin gewünscht? Online Termin vereinbaren oder anrufen: 06181 / 71329.

J. Nassar, Hausarzt in Bruchköbel

Über den Autor: J. Nassar

Facharzt für Allgemeinmedizin und allgemeine Chirurgie mit Zusatzqualifikation Notfall- und Ernährungsmedizin · Hausarzt in Bruchköbel. Mehr über die Praxis und den Arzt →

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung oder Diagnose. Welche Impfungen und Vorsichtsmaßnahmen für Ihre Reise infrage kommen, klären wir individuell in der Sprechstunde. Verbindliche Einreisebestimmungen entnehmen Sie bitte den aktuellen Hinweisen des Auswärtigen Amtes.

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